Gallensteine – Mit der 6 F-Regel findest du dein Risiko heraus

Mich hat am vergangenen Weihnachtsfest  eine richtig üble Gallenkolik heimgesucht. Der ganze Bauch tat über Stunden hinweg weh. Eine Wärmflasche und ein krampflösendes Mittel haben mich irgendwie durch die Nacht gebracht. Dass ich einen sehr großen Gallenstein mit mir herumschleppe, ist vor Jahren zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung aufgefallen, Ärger gemacht hatte er bis dahin nicht. In den Tagen nach der Kolik habe ich mein Ernährungsverhalten verändert und sehr fettarm gegessen. So verschwanden die Beschwerden nach und nach wieder.

Dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin zeigen diese Zahlen: von 100 Menschen bekommen jedes Jahr 2-4 spürbare Probleme mit Gallensteinen. In Deutschland werden pro Jahr etwa 175.000 Menschen an der Gallenblase operiert. Genug Gründe, sich diesen Bereich genauer anzuschauen.

Was ist eigentlich ein Gallenstein?

In der Leber wird jeden Tag bis zu ein Liter Gallenflüssigkeit gebildet, die für die Verdauung von Fetten im Darm wichtig ist. Der größte Teil fließt nach dem Essen über die Gallenwege in den Dünndarm. Der Rest wird in der Gallenblase gespeichert und eingedickt. Die Gallenblase liegt rechts außen in deinem Bauch, unterhalb der Leber. Man kann davon ausgehen, dass Gallensteine entstehen, wenn die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit durcheinander gerät. Ich drücke es mal ganz einfach aus: Die Gallenflüssigkeit besteht aus Wasser und verschiedenen Stoffen, die zum Teil nicht wasserlöslich sind. Wenn diese Stoffe verklumpen, entstehen Gallensteine. Das passiert über einen längeren Zeitraum, zunächst sind es nur einzelne Kristalle, die sich zusammentun und dann immer größer werden. Es gibt zum Beispiel Cholesterinsteine und Pigmentsteine, die aus Kalzium und einem gelblichen Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs, dem Bilirubin bestehen.

Welche Beschwerden verursacht ein Gallenstein?

Die meisten Gallensteine verursachen gar keine oder nur leichte Beschwerden, viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie welche haben. Ich bin dafür ein gutes Bespiel, meiner wurde auch nur durch Zufall entdeckt, obwohl er recht groß ist. Wer aber schon mal eine Gallenkolik hatte, muss mit großer Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass sie erneut auftreten wird.

Koliken sind sehr unangenehme krampfartige Schmerzen im Oberbauch, die mehrere Stunden andauern können. Sie entstehen, weil sich die Gallenblase zusammenzieht, um Gallenflüssigkeit in den Darm zu pressen, während die Steine den Ausgang blockieren. Die Schmerzen können in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen und von Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Es gibt auch Steine, die im Gallengang feststecken. Auch sie verursachen Schmerzen im Oberbauch, zusätzlich kann es zu einer Gelbsucht kommen, bei der sich die Haut und die Augen gelb verfärben. Der Abfluss der Gallenflüssigkeit ist blockiert, die Leber kann den Gallenfarbstoff nicht mehr abbauen und er reichert sich im Blut an. Dabei kann der Urin dunkel und der Stuhl hell gefärbt sein.

Leider kommt es manchmal auch zu Komplikationen wie einem Darmverschluss oder  Entzündungen von Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse.

Habe ich ein erhöhtes Risiko für Gallensteine?

Ich habe in meinem Blogbeitrag „Frauen werden anders krank“ ( https://meinding.blog/2021/01/10/frauen-werden-anders-krank-medizinische-unterschiede-zwischen-den-geschlechtern/ ) schon darauf hingewiesen, dass Frauen mit höherer Wahrscheinlichkeit Gallensteine bekommen als Männer. Man schätzt, dass bei den Frauen über 40 die Wahrscheinlichkeit bei 20% liegt, bei Männern bei 10 %.

Hier sind die Risikofaktoren für Gallensteine in aller Kürze:

  • Alter: 40+ erhöht das Risiko
  • Veranlagung: Gab es in der Familie bereits Gallensteine?
  • Fettreiche Ernährung
  • Geschlecht
  • Einnahme der Pille oder von Östrogentabletten in den Wechseljahren
  • Funktionsstörungen der Gallenblase
  • Diabetes mellitus
  • Lebererkrankungen
  • Übergewicht
  • Viel Gewicht innerhalb kurzer Zeit verlieren

Man spricht auch von der 6 F-Regel

  • female (weiblich)
  • fat (übergewichtig)
  • fertile (fruchtbar, mehrere Kinder)
  • forty (Alter 40 Jahre und mehr)
  • fair (blond, hellhaarig)
  • family (familiäre Veranlagung)

Wie werden Gallensteine behandelt?

Gallensteine, die keine Beschwerden verursachen, müssen auch nicht behandelt werden. Bei sehr großen Gallensteinen, bei einer Verkalkung der Gallenblasenwand oder bei wiederkehrenden Koliken ist es manchmal notwendig, die Gallenblase zu entfernen. Bei den meisten Koliken kann man schmerz- und krampflösenden Mitteln behandelt werden.

Wie kann ich Gallensteinen und Gallenkoliken vorbeugen?

Wie du bereits gelesen hast, lassen sich viele Faktoren wie Geschlecht und Alter nicht beeinflussen. Du kannst aber mit der richtigen Ernährung Beschwerden vorbeugen und die Bildung von neuen Gallensteinen verhindern. Wenn viele der Risikofaktoren auf dich zutreffen, solltest du dich möglichst fettarm und ausgewogen ernähren. Vollkornprodukte, Gemüse und Obst gehören unbedingt dazu. Wichtig ist auch sich zu bewegen und dabei Übergewicht langsam und nachhaltig abzubauen.

Bei Facebook und Instagram zeige ich dir regelmäßig gesunde und leckere Gerichte, die du ganz einfach nachkochen kannst. Folge mir doch einfach.

In der Naturheilkunde stehen außerdem zahlreiche Pflanzenextrakte oder homöopathische Mittel zur Verfügung um Gallenblasenbeschwerden zu lindern. Artischocken- oder Pfefferminzblätter regen die Gallensaftproduktion an, Schöllkraut wirkt krampflösend. Auf jeden Fall solltest du dich vor der Einnahme von Arzt/Ärztin oder Heilpraktiker/in deines Vertrauens beraten lassen. Manche Produkte können die Beschwerden verstärken, wenn man sie nicht richtig einnimmt.

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