J.D. Barker: The fourth monkey. Geboren um zu töten

Kennt ihr das? Ihr nehmt euch fest vor, euch gesünder zu ernähren. Verzichtet auf Süßigkeiten und Junkfood, esst viel Salat und Gemüse und fühlt euch richtig gut dabei. Dann kommt aber irgendwann die Gier nach etwas richtig Ungesundem, einer fettigen Pizza oder einer Currywurst. Und die verschlingt ihr dann regelrecht.

Dieses Buch ist meine Currywurst. Ich habe in den letzten Monaten so viele tolle, schlaue, gut gemachte Bücher gelesen, die mich gefordert und inspiriert haben. Aber neulich kam die Gier nach einem fiesen, spannenden Thriller. Ohne groß nachzudenken, einfach mal was „weglesen“. Dieses Buch hatte keinen Platz im Regal gefunden und dass es so uninspiriert rumlag, kam mir gerade recht. Und es hat genau das erfüllt, was ich mir erhofft hatte. Vielleicht „schmeckt“ es euch ja auch.

Die Geschichte

Sam Porter ist Polizist mit Leib und Seele. Seit fünf Jahren ermittelt er gegen einen Serienkiller und kommt ihm keinen Schritt näher. Es handelt sich um den sogenannten Four Monkey Killer, kurz 4MK. Die drei Affen, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen, kennt man. Es soll aber noch einen vierten Affen geben, der für „nichts Böses tun“ steht. Der Täter möchte begangenes Unrecht rächen. Er weiß von Verbrechen, die der Polizei nicht bekannt sind und nimmt den Verursachern den Menschen, der ihnen am liebsten ist. Er entführt diese Person und hält sie einige Tage lang fest. Dann schickt er per Post ein Ohr, später die Augen und schließlich die Zunge an den aus seiner Sicht bösen Menschen, bevor er die entführte Person tötet. Warum macht er das? Aus seiner Sicht rechnet ein Verbrecher damit, irgendwann erwischt zu werden und hat sich gedanklich bereits auf Strafe eingestellt. Dass einem lieben Menschen etwas zustößt, trifft hingegen unerwartet und besonders hart.

Umgekehrter Verlauf

Die Handlung beginnt dort, wo Thriller normalerweise enden. Wir erfahren, wer der Täter ist. Ein Mann wird von einem Bus überfahren. Bei sich hat er ein weißes Paket mit schwarzer Schnur, in dem sich ein Ohr befindet. Offenbar war er gerade auf dem Weg zur Post, um dieses zu verschicken. Die Identität des Mannes herauszufinden ist nicht so einfach und die große Frage hinter allem ist: Wo hat er sein Opfer versteckt? Es handelt sich um ein 15jähriges Mädchen, dessen Vater einer der reichsten Bauunternehmer des Landes ist. Wird sie nicht innerhalb weniger Tage gefunden, wird sie vermutlich verdursten, denn ihr Entführer kann sie nicht mehr versorgen. Vieles spricht dafür, dass er alles – inklusive seinen eigenen Tod – geplant hat, denn es gibt viele kleine Hinweise, die er für die Polizei hinterlassen hat.

Das Tagebuch

Bei dem getöteten Mann wird ein Tagebuch gefunden, in dem er Erlebnisse seiner Kindheit im Detail schildert. Demnach haben auch seine Eltern mehrere Leben auf dem Gewissen und haben ihn schon als kleinen Jungen mit in ihre Taten einbezogen. In diesem Buch wechseln sich die Ermittlungen in der Gegenwart mit den Erzählungen aus der Vergangenheit ab.

Meine Meinung

Ich wollte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist zum Teil sehr brutal, sehr detailliert und gerade in den Kindheitsbeschreibungen manchmal kaum auszuhalten. Aber all das macht dieses Buch auch unglaublich spannend.

Es hat mir gut gefallen, dass die Geschichte einen anderen Ausgangspunkt hat als man es sonst kennt. Auch wenn man den Eindruck bekommen kann, ich hätte sehr viel verraten – alles was ich erzähle ist nur ein Bruchteil der Handlung. Denn es passiert viel, es gibt zahlreiche Wendungen, falsche Fährten und Überraschungen.

Die Beschreibungen der Realität haben sehr viel Tempo, während sich der Autor bei den Tagebucheinträgen viel Zeit zum Erzählen lässt. Und erzählen kann er wirklich sehr gut, ich hatte während des Lesens fast einen Film vor Augen. Der „Erfolg“ des Mörders, seine Fähigkeit die Polizei zu täuschen und an der Nase herumzuführen sind vielleicht etwas übertrieben, aber dadurch wird die Spannung noch gesteigert. Wer es spannend mag und vor blutigen Szenen nicht zurückschreckt ist hier gut aufgehoben. 

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