Wenn die Welt euch mächtig ärgert und ihr alles doof findet, ist dieses Buch genau richtig. Ihr lest es bestimmt mit einem wohlig-warmen Gefühl und hinterher ist das Leben wieder ein bisschen bunter.
Die Vereinigung der Wolkengucker
Wilma ist fast 90, reich und einsam. Vor kurzem ist ihre beste Freundin Margarete gestorben, die Wilma eine Aufgabe hinterlassen hat. Das gemeinsame In-die-Wolken-gucken, das die beiden immer zusammen gemacht haben, muss fortgesetzt werden. Ihre zweite geniale Idee: Sie hat Wilma ihre Haushaltshilfe Ayla hinterlassen, eine zupackende, sympathische 30jährige, deren Leben nicht so läuft, wie sie es sich erträumt hat. Um also Margaretes Wunsch zu erfüllen, hängt Ayla Zettel an Laternen, auf denen zum gemeinsamen Wolkengucken eingeladen wird. Dieser Aushang begeistert die 8jährige Mia, die nichts lieber tut als Wolken zu betrachten. Das hat sie immer mit ihrer Mama gemacht, die vor zwei Jahren plötzlich gestorben ist. Mia kommt mit der Situation inzwischen gut klar, ihr Papa Matt trauert immer noch sehr, hat sich komplett zurückgezogen und kann seine Frau nicht loslassen. Mia zum Wolkengucken zu begleiten kostet ihn große Überwindung.
Aus Fremden wird Familie
Was sehr steif beginnt, entwickelt sich schließlich zum Jackpot für ganz viele Menschen. Nach und nach wird die Gruppe der Wolkengucker immer größer. Wilmas Gärtner und Aylas Arbeitskollegin aus der Putzkolonne kommen dazu und auch der griesgrämige Nachbar, der eigentlich sehr nett ist, durch Mobbing im Job aber einen Burnout entwickelt hat. Sie sind alle komplett verschieden, trotzdem entwickelt sich nach und nach ein enges Verhältnis, weil jeder Eigenschaften mitbringt, die ein anderer benötigt. Und schließlich zeigt sich in einer Notlage, dass aus Fremden Freunde geworden sind oder vielleicht sogar so etwas wie Familie. Höhepunkt ist eine Reise an die Ostsee, weil man dort am Besten Wolken gucken kann. Die Reise endet traurig und gleichzeitig wunderschön.
Meine Meinung
Dieses Buch ist kitschig und vorhersehbar und gleichzeitig wunderschön. Ich habe beim Lesen gelacht und fürchterlich geheult und hätte mich sofort mit auf die Terrasse gesetzt, um in die Wolken zu gucken. Es ist ein Buch über Freundschaft und darüber, dass man sie manchmal dort findet, wo man sie nicht erwartet hat. Darüber Menschen zu vertrauen und darüber, dass es Menschen gibt, die zwar muffelig wirken, aber ein goldenes Herz haben.
Ich bin sehr glücklich darüber, es gelesen zu haben.
In Kürze
Titel: Die Wolkengucker
Autorin: Kristina Fritz
Verlag: Lübbe
Erschienen: 2023
Preis: 16 Euro