Buchtipp: Der Lieblings-Kontakt (Manuel Martensen)

In den meisten Fällen läuft es bei mir so ab: Ich stöbere in den Verlagsvorschauen, suche mir die Bücher raus, die mich am meisten interessieren und frage sie freundlich beim Verlag an. Im besten Fall bekomme ich meine Wunschlektüre pünktlich zum Erscheinungstermin zugeschickt. Manchmal gibt es auch eine Absage, weil andere schneller waren oder mein Blog nicht ins Marketingkonzept passt. Es kommt auch vor, dass mich ein Verlag oder ein externer PR-Mensch direkt anschreiben und mir ein Buch vorschlagen. Da ist die Quote, dass ich das Buch lesen möchte so bei 50:50, schätze ich. Ich schreibe diesen Blog einfach nur aus Spaß und möchte deshalb auch nur Bücher lesen, auf die ich Lust habe – ganz einfaches Prinzip. Deshalb findet ihr bei mir auch nur wenig Historisches, keine Fantasy-Epen usw. Aber zurück zu „Der Lieblings-Kontakt“. Hier gab es das sehr seltene Ereignis, dass ich vom Autor direkt angeschrieben und nett gefragt wurde, ob ich Lust hätte, sein Buch zu lesen. Wenn man sein Baby ohne Rückendeckung eines Verlags mit entsprechendem Marketing herausbringt, ist es natürlich schwer, sich einen Namen zu machen und Exemplare zu verkaufen, deshalb ist der direkte Kontakt zu Buchbloggern ein guter Weg. Ein zweites Prinzip meines Blogs: Ich stelle nur Bücher vor, die mir gefallen haben, für alles andere ist mir meine Zeit zu schade. Da ich gerade einen Text über dieses Buch schreibe, ahnt ihr es schon: es hat mir gefallen.

Darum geht es

Im Mittelpunkt steht Maja Lamprecht. Sie arbeitet für eine sehr große Detektei, in der vieles anonym läuft. Aufträge gibt es nicht persönlich, über die Auftraggeber erfährt sie nichts und auch nur wenige Kollegen kennen sich untereinander. Je nach Schwierigkeitsgrad und Gefährdungsstufe steigt das Honorar. In den meisten Fällen geht es darum, jemanden beim Fremdgehen zu erwischen. Der nächste Auftrag führt Maja nach Nordsum, einem fiktiven Ort irgendwo an der Nordsee, wo ihr Cousin ein schönes Ferienhaus vermietet. Ein paar entspannte Tage sollten also drin sein. Bei der ersten Observierung kommt der Detektivin einiges komisch vor, deshalb möchte sie den Auftrag zurückgeben. Das klappt nicht wirklich, statt dessen taucht ein Unbekannter bei ihr auf und droht damit, jeden ihrer Kontakte umzubringen, wenn sie nicht für immer verschwindet und untertaucht. Maja nimmt das nicht so wirklich ernst, bis ihre Freundin und Kollegin umgebracht wird. Die Polizei, rund um den etwas nörgeligen Ermittler Walter Bork, ermittelt zwar, aber Maja nimmt die Sache lieber selbst in die Hand. Sie vermutet einen ihrer früheren Kunden als Täter und macht sich auf die Suche. Dadurch macht sie sich verdächtig und wird bald selbst gesucht.

Der Autor

Manuel Martensen ist Jahrgang 1972 und im Hauptjob Verlagskaufmann. Er hat mir verraten, dass er schon sehr lange den Wunsch hatte, drei Bücher zu schreiben. Während der Corona-Pandamie hat seine Frau ihn dann dahin geschubst, diesen Wunsch endlich in die Tat umzusetzen. „Der Lieblings-Kontakt“ ist der 3. Fall für Walter Bork. Mit drei Büchern hat es also geklappt und Nr. 4 erscheint auch ganz bald. Da geht es aber in eine ganz andere Richtung. Schaut einfach auf Manuels Webseite vorbei.

Meine Meinung

Bei Büchern, die im Selbstverlag herausgegeben werden, bin ich immer etwas skeptisch. Ich habe schon zu viel gelesen, was richtig schlecht war. Sowohl inhaltlich als auch Zeichensetzung und Grammatik betreffend. Das ist schon manchmal eine Frechheit, was man seinen Leserinnen und Lesern zumutet. Im schlimmsten Fall habe ich ein Buch in den Händen gehabt, in dem es in wirklich jedem Satz Fehler gab. Mehr als 20 Seiten habe ich nicht geschafft, es war kein Lesen mehr, sondern pure Textkorrektur. Manuel Martensen hat gut daran getan, eine Lektorin an Bord zu holen. Alles, was ich gerade beschrieben habe, trifft auf sein Buch überhaupt nicht zu. Es ist sehr professionell gemacht. Die Geschichte hat Hand und Fuß, weist einige interessante Wendungen auf (es gibt viiieeeele Verdächtige) und das Umfeld, in dem die Geschichte spielt, hat mir auch gut gefallen. Wäre Nordsum nicht nur ausgedacht, würde ich dort gerne meinen Urlaub verbringen und der Detektei/Agentur-Berufszweig ist mit seinem speziellen Aufgabengebiet ungewöhnlich gewählt.

Wenn ihr also mal einem „jungen“, noch unbekannten Autor (nicht von den Lebensjahren, sondern von der Dauer der Schreibtätigkeit her gesehen) eine Chance geben möchtet, könnt ihr gut mit Manuel Martensen starten.

Titel: Der Lieblingskontakt

Autor: Manuel Martensen

Erschienen: 2024

Preis: 15 Euro

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