Dieses Buch von Jojo Moyes ist schon gute 20 Jahre alt und wurde jetzt überarbeitet und neu übersetzt. Ich mochte das Buch, auch wenn es mich nicht ganz überzeugen konnte.
Darum geht es
Ja, worum geht es eigentlich? Das ist eine gute Frage. Laut Klappentext geht es um Suzanna, die in ihrem Heimatörtchen ein Café eröffnet, das zu einem besonderen Ort wird, in dem sie zum ersten Mal im Leben ein Gefühl von Zugehörigkeit empfindet.
Tatsächlich kann ich das so gar nicht bestätigen. Nach diesem Klappentext hat es mich erstmal sehr verwirrt, dass die Geschichte in einer Geburtsstation in Buenos Aires beginnt, wo Mütter aus Armut ihre Kinder zur Adoption freigeben. Weiter geht es dann mit einer jungen Frau namens Vivi, die fürchterlich in ihren besten Freund Douglas verliebt ist und mit ihm an einem Ball in London teilnimmt. Die Beschreibungen haben mich sehr an Downton Abbey erinnert, auch wenn der Ball erst in den 1960er Jahren stattfindet. Der Abend wird für Vivi zum Desaster, denn Douglas bändelt mit einer anderen Frau an, die er schließlich auch heiratet.
Suzanna, die als Hauptfigur angekündigt wurde, taucht erst so ungefähr auf Seite 100 auf und findet es ganz schrecklich, dass sie wieder in ihrem Heimatkaff leben muss. Sie und ihr Mann haben sich verschuldet und können sich das teure Leben in London nicht mehr leisten. Hier ist sie sehr unzufrieden mit allem und kommt nicht sonderlich sympathisch rüber. Ein kleiner Laden mit Café soll ihr Ding werden und außerdem dabei helfen, dass ihr Mann seinen Kinderwunsch noch ein Jahr zurückstellt. Der Laden wird erstmal ein Desaster, denn Suzanna hat weder ein Händchen für Deko noch für den Umgang mit Kunden. Erst als Jessie in den Laden marschiert, ändert sich das. Die junge Frau ist der freundlichste Mensch, den man sich vorstellen kann und macht Laden/Café zu einem besonderen Ort. Suzanna ist da eher ein Störfaktor. Durch Jessie Offenheit taut sie allerdings auch langsam auf und wird offener für ihre Mitmenschen.
Irgendwann versteht man dann auch, dass Douglas Suzannas Vater ist und so nach und nach entwirren sich die Familienereignisse.
Meine Meinung
Dieses Buch lässt sich, wie fast alles von Jojo Moyes, sehr angenehm lesen, allerdings weckt es aus meiner Sicht falsche Erwartungen. Es ist kein Feel Good-Roman, der an einem schönen Ort spielt, wo alle nett zueinander sind, sondern wälzt sehr viele Probleme.
Es hat lange gedauert, bis ich mich mit Suzanne „angefreundet“ habe und anfing, auch ihr Geschäft zu mögen. Und kurz darauf gibt es einen so massiven Schicksalsschlag, der alles, was ich in diesem Lesemoment als angenehm und schön empfunden habe, ruiniert. Das hat mich beim Lesen ganz schön aus der Bahn geworfen.
Schwierig macht es für mich, dass ich Suzanna die meiste Zeit nicht so recht mochte, ich habe sie als zickig und verbohrt empfunden und erst langsam Sympathien entwickelt, als ich mehr über die Familiengeschichte wusste. Vivi war mir da deutlich näher und ich mochte die Kapitel, in denen sie die Hauptrolle spielte, deutlich lieber. Wenn ich darüber nachdenke, mochte ich alle Charaktere lieber als Suzanna.
So böse, wie das alles klingt, meine ich es nicht, denn es gab viele Kapitel, die ich richtig gut fand. . Es ist aber ein Buch, das mich nicht restlos überzeugen konnte.
In Kürze
Titel: Ein ganz besonderer Ort
Autorin: Jojo Moyes
Verlag: Rowohl
Neu erschienen: 2025
Preis: 18 Euro