Manche Bücher lassen einen den Alltag vergessen. „Jenseits des Horizonts“ von Nora Roberts ist für mich genau so ein Roman – einer, bei dem man Dinge liegen lässt, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Die Geschichte verbindet Krimi, Liebesroman und Familiendrama zu einem spannenden und zugleich warmen Leseerlebnis.
Darum geht’s
Sloan Cooper ist Polizistin. Bei einem Einsatz wird sie so schwer verletzt, dass sie reanimiert werden muss. Die körperliche Genesung verläuft langsam, und so zieht sich Sloan in ihre Heimat zurück: an den idyllischen Mirror Lake in den Bergen Marylands. Dort wird sie liebevoll von ihrer Familie umsorgt, die ein Ferienresort mit Blockhütten, Bootsverleih und allem betreibt, was man sich für einen perfekten Rückzugsort vorstellen kann.
Auch wenn ihr Körper noch nicht vollständig mitspielt, ist Sloans Kopf hellwach. Als eine junge Frau spurlos verschwindet, wird sie misstrauisch. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf weitere Vermisstenfälle. Alle Opfer sind ohne Vorwarnung verschwunden, ohne Zeugen, ohne erkennbare Gemeinsamkeiten.
Wir als Leser:innen wissen jedoch früh mehr als die Ermittler. Die Vermissten eint ein entscheidendes Detail: Sie waren klinisch tot und wurden ins Leben zurückgeholt. Clara und Sam, sie Krankenschwester, er Altenpfleger, sind überzeugt davon, dass der Mensch nicht in Gottes Handwerk eingreifen darf. Ihrer Überzeugung nach wurde den Opfern durch die Wiederbelebung der Platz im Paradies genommen – und sie sehen es als ihre Aufgabe, diesen „Fehler“ zu korrigieren.
Neben dieser hochspannenden Krimihandlung erzählt der Roman auch viel aus Sloans Privatleben. Zwei Brüder aus New York ziehen in die Nachbarschaft, haben ihre lukrativen Jobs aufgegeben und wollen künftig als Handwerker arbeiten. Sowohl Sloan als auch ihre Schwester fühlen sich schnell zu den beiden hingezogen – und so entwickelt sich parallel eine warme, ruhige Liebesgeschichte.
Meine Meinung
Mich hat dieses Buch von Anfang an gepackt. Schon das Setting ist ein Traum: Der Mirror Lake mit seinen Blockhütten, der Natur und der Ruhe ist so bildhaft beschrieben, dass man am liebsten sofort den Koffer packen würde.
Auch die Figuren haben mich überzeugt. Abgesehen von den Tätern – die zwar grausam handeln, aber aus ihrer eigenen Logik heraus überzeugt sind – sind die Charaktere durchweg sympathisch. Die Familie Cooper, die Brüder aus New York und selbst die Nebenfiguren bekommen genug Tiefe, um sie schnell ins Herz zu schließen.
Als Krimi- und Thrillerfan hat mich besonders begeistert, wie spannend dieser Roman ist. Obwohl man die Täter früh kennt, verliert die Geschichte nichts von ihrem Reiz. Im Gegenteil: Es macht großen Spaß, Sloan bei ihren Ermittlungen zu begleiten und zu beobachten, wie sich die Schlinge langsam zuzieht.
Fazit: Lohnt sich „Jenseits des Horizonts“?
Ja, absolut. „Jenseits des Horizonts“ ist ein spannender, emotionaler Roman, der Krimi, Liebe und Familie gelungen verbindet. Besonders empfehlenswert ist das Buch für alle, die Spannung mögen, aber auch nichts gegen Romantik und ein starkes Gemeinschaftsgefühl einzuwenden haben.
In Kürze
Titel: Jenseits des Horizonts
Autorin: Nora Roberts
Genre: Roman (Krimi / Liebesroman / Familienroman)
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2025
Preis: 22 €
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