Dieses Buch hat mich durch eine verregnete Sommerferienwoche gebracht. Für mich eindeutig ein Schlecht-Wetter-Thriller.
Darum gehts
Remie Yorke ist 33 und hat ihren Job als Psychologie-Dozentin aufgegeben, um nah bei ihrem Bruder zu sein. Der sitzt im schottischen Hinterland im Gefängnis. Remie arbeitet als Rezeptionistin in einem Hotel und es ist der letzte Abend, bevor das Hotel für einen Umbau schließt. Ein Schneesturm sorgt dafür, dass Remie allein mit zwei Gästen festsitzt als ein verletzter Polizist an die Tür klopft. Ein Gefangenentransporter ist verunglückt und der Gefangene konnte flüchten. Funkgeräte und Handys funktionieren nicht und so versucht Polizist Gaines über das Hotel Kontakt zu seinen Kollegen aufzunehmen und für die Sicherheit der drei Menschen vor Ort zu sorgen. Während er das Gelände durchsucht, steht ein weiterer Polizist vor der Tür. Auch er nennt sich Gaines, erzählt eine ähnliche Geschichte und sagt, Gaines Nr.1 sei der flüchtige Gefangene.
Ein kurzweiliges Verwirrspiel
Bei der Frage, wer der beiden mutmaßlichen Polizisten die Wahrheit sagt und wer lügt, geht es um Leben und Tod.. Einer von beiden ist tatsächlich der ehemalige Gefangene und er wird alles daransetzen, mögliche Zeugen aus dem Weg zu räumen. Remie weiß nicht, wem sie glauben soll. Auch einer der Hotelgäste scheint nicht ganz offen zu sein und ein weiterer Gast ist verschwunden. Genug Stoff also für jede Menge Verwirrungen. Die zieht Martin Griffin auch konsequent durch. Wenn man denkt, man hat den Plot durchschaut, kommt garantiert die nächste Überraschung um die Ecke. Langweilig wird es so bis zum Schluss nicht.
Meine Meinung
Ein eingeschneites Hotel im Schnee ist natürlich nichts Neues. Ich fühlte mich direkt an Shining erinnert, aber beide Geschichten haben bis auf den Spielort nichts gemeinsam. Das Unwetter ermöglicht es, in den Bereich des Kammerspiels mit begrenzter Fläche und einer kleinen Anzahl von Mitspielern einzutreten. So gibt es wenig Abwechslung und wir können uns ganz auf die Akteure konzentrieren und uns in Sicherheit wiegen, die Geschichte schnell zu durchschauen. Ein Irrtum, das werdet ihr beim Lesen merken.
Trotz der guten Voraussetzungen muss ich sagen, dass mich dieser Thriller nicht komplett in seinen Bann gezogen hat. Ich habe mich gefragt, woran es liegt, da die Story gut konstruiert und erzählt ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mir die Hauptfigur bis zum Schluss fremd geblieben ist. Ich habe nicht mit ihr mitgefiebert und -gelitten, weil wir einfach keinen Draht zueinander hatten.
In Kürze
Titel: Zwei Fremde
Autor: Martin Griffin
Verlag: Lübbe
Erschienen: 2023
Preis: 13 Euro