Ich liebe Biographien, besonders die, die nichts mit den Leuten zu tun haben, die einem aktuell vom Fernseher oder einem anderen Bildschirm entgegenblicken. Ihre große Zeit darf gerne in der Vergangenheit liegen und besonders gerne lese ich über das Leben von Schriftstellern.
Dieses Buch erfüllt ganz viele Wünsche auf einmal, denn es beschäftigt sich mit gleich zwei sehr bekannten Autoren, allerdings stimmen nur einige bekannte Anekdoten, vieles ist auch einfach frei erfunden und deshalb steht nicht Biographie auf dem Cover, sondern Roman. Macht aber nichts, ist trotzdem lesenswert.
Mario Vargas LLosa
Mario Vargas Llosa ist im April 2025 im Alter von 89 Jahren gestorben. Seit den 1960er Jahren galt er als einer der ganz großen Autoren Lateinamerikas und wurde 2010 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Die Stadt und die Hunde“ und „Das grüne Haus.“ Er hat nicht nur sozialkritische Romane geschrieben, sondern auch Thriller, Komödien und politische Abhandlungen. Mit zunehmendem Alter hat es sich immer mehr mit der Politik beschäftigt, er war ein Weltreisender, der in vielen Ländern gelebt hat und war auch für seine Frauengeschichten bekannt.
Manuel Garcia Marquez
Manuel Garcia Marquez war zunächst Journalist, bevor er ebenfalls in den 1960er Jahren begann, als Schriftsteller zu arbeiten. Sein bekanntester Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ verkaufte sich mehr als 30 Millionen Mal und er bekam bereits 1982 den Nobelpreis. Das Militärregime in Chile, seine Freundschaft zu Fidel Castro in Kuba, der Abwurf der Atombombe in Hiroshima waren nur einige der politischen Themen über die er geschrieben hat. Aus politischen Gründen soll er sich nie auf Englisch unterhalten haben.
Freunde fürs Leben?
Beide Autoren hatten vieles gemeinsam, nicht nur die südamerikanische Herkunft. Sie lernten sich 1967 kennen als beide noch relativ unbekannt waren und wuchsen mit zunehmendem Erfolg immer mehr zusammen. Einige Jahre waren sie sogar Nachbarn in Barcelona. Beide zog es in die Welt, sie machten Station in England, Frankreich, Spanien und mehreren südamerikanischen Ländern.
Allerdings gab es auch Konflikte zwischen ihnen, ein Schlag ist beispielsweise überliefert, bei dem einer dem anderen die Nase brach. (wenn ihr mehr wissen wollt, lest das Buch).
Sie haben sich aneinander gerieben, sich aber auch gegenseitig unterstützt. Beide hielten sich gegenseitig für unzertrennliche Genies, bis es zu der oben beschriebenen Situation kam, die alles veränderte.
Meine Meinung
Dieses Buch erlaubt Einblicke in Künstlerseelen und zeigt uns das Leben von zwei Nobelpreisträgern ganz aus der Nähe. Auch wenn es ein Roman ist, bei dem vieles vermutlich ausgedacht ist, glaube ich, dass es genau so passiert sein könnte. Die überlieferten Ereignisse sind auch überaus interessant. Dieser unterhaltsame Roman macht auf jeden Fall Lust darauf (mal wieder) die Bücher der beiden zur Hand zu nehmen.
In Kürze
Titel: Die Genies
Autor: Jaime Bayly
Verlag: dtv
Erschienen: 2025
Preis: 24 Euro