Buchtipp #41 – Helene Flood: Die Psychologin

Eine neue Autorin aus Norwegen, die man sich unbedingt merken sollte!

In Kürze

Titel: Die Psychologin

Autorin: Helene Flood

Verlag: btb

Erschienen: 2022

Preis: 16,00 Euro

Innerhalb eines Augenblicks bricht die heile Welt zusammen

[ohne etwas Spoilern geht es diesmal nicht] Sara und Sigurd sind beide um die 30 und miteinander verheiratet. Sigurd hat mit zwei Studienkollegen ein Architekturbüro eröffnet, Sara hat sich als Psychologin selbstständig gemacht. Von einem verstorbenen Onkel haben sie ein baufälliges Haus in einer der teuersten Gegenden Oslos  geerbt, allerdings fehlt ihnen das Geld für die dringend nötigen Renovierungsarbeiten. Es geht nur schleppend voran und beide leben seit Monaten auf einer Baustelle.

Sigurd hat sich fürs Wochenende mit Freunden für einen Kurzurlaub auf einer Waldhütte verabredet. Er hinterlässt Sara eine Nachricht auf der Mailbox, dass er gut angekommen ist. Abends melden sich die Freunde, denn Sigurd ist nicht wie verabredet aufgetaucht. Offenbar hat er Sara angelogen. Am Tag nach seinem Verschwinden erhält Sara die Nachricht, dass Sigurd erschossen aufgefunden wurde. Alle Freunde und Verwandten stehen vor einem Rätsel, denn Sigurd war ein ganz normaler, freundlicher junger Mann ohne Feinde oder Kontakte zur Unterwelt.

Sara beginnt indes an sich und ihrer Beziehung zu zweifeln. Was hat ihr Mann vor ihr verborgen? Und kann es sein, dass jemand sich heimlich in ihr marodes Haus schleicht und dort Kleinigkeiten verändert? Oder ist sie so durch den Wind, dass sie sich selbst nicht mehr trauen kann?

Ein psychologischer Roman von einer Fachfrau

Man merkt deutlich, dass Autorin Helene Flood „vom Fach“ ist. Der Psychologin ist hier ein toller psychologischer Thriller gelungen. Es fließt kein Blut und trotzdem ist dieses Buch spannend bis zur letzten Seite.

Es ist spannend zu lesen wie Saras Leben langsam zerfällt. Da ist nicht nur die Trauer um den geliebten Ehemann, sondern auch der Zweifel, ob der eigene Verstand noch funktioniert. Die Unsicherheit, wem sie überhaupt trauen kann und das Gefühl, beobachtet und von der Polizei verdächtigt zu werden.

Nach und nach erkennt man, dass die perfekte Ehe von Sigurd und Sara ganz und gar nicht so perfekt war, wie alle dachten. Wie es sogar Sara dachte. Bei ihren Grübeleien erkennt sie selbst erst schrittweise, dass es viele verdrängte Verletzungen gab, dass man sich gegenseitig vernachlässigt hat und Geheimnisse voreinander hatte.

Gelungenes Debüt

Der Roman wurde in 28 Länder verkauft, ist weltweit erfolgreich und bleibt hoffentlich kein One-Hit-Wonder. Ich freue mich schon sehr darauf mehr von Helene Flood zu lesen. Ich mag ihren Schreibstil, den Spannungsaufbau und das Spiel zwischen Realität und Einbildung, dass man erst nach und nach durchschaut.

Ein Kommentar zu „Buchtipp #41 – Helene Flood: Die Psychologin

  1. Das klingt definitiv nach einer lesenswerten Lektüre, die ich mir möglicherweise in absehbarer Zeit zulegen werde. Geschichten mit skandinavischen Schauplätzen haben irgendwie so ein besonderes Flair (nicht nur in Büchern, auch in Filmen, ich verweise hier auf die norwegische Filmkomödie „Elling“). Scheint aber trotz Blutleere kein Roman für schwache Nerven zu sein, wenn es in die Tiefe geht, beschäftigt mich das Kopfkino öfter mal des Nachts, mit der Folge, dass das Sandmännchen sich auf den Weg zu mir verirrt und unterwegs seinen ganzen Sand verliert.^^

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