Buchtipp #8 – Amy Hatvany: Das Licht zwischen den Wolken

Das ist eine der schönsten Familiengeschichten, die ich in den vergangenen Monaten gelesen habe.

Wie fängt es an?

Mit einer jungen Frau, die beim Klauen im Supermarkt erwischt wird, während draußen im Wagen ihre beiden kleinen Kinder warten.

Worum geht’s?  

Jennifer ist jung, verliebt und glücklich als sie schwanger wird. Sie träumt davon, dass ihre Beziehung ewig hält und das ganze Leben rosarot ist. Als ihr Freund sie und die kleine Tochter Brooke rausschmeißt und sie auch bei ihrer Mutter keine Unterstützung findet, hat sie weder Geld noch ein Dach über dem Kopf und lebt mit ihrem Kind im Auto. Ab und zu kann sie für einige Tage in Motels unterkommen. Bei dem Sex, der als Gegenleistung erwartet wird, wird sie ungewollt schwanger. Dabei wird sie ungewollt schwanger. Als Brooke vier Jahre und ihre Schwester Natalie sechs Monate alt sind, wird Jennifer erwischt als sie im Supermarkt Lebensmittel klaut. Sie kommt kurz ins Gefängnis, die Kinder in staatliche Obhut. Voller Liebe und Selbstvorwürfe, nicht gut für die Mädchen sorgen zu können, gibt sie schweren Herzens das Sorgerecht ab. Während Jennifer zu einer weiteren Gefängnisstrafe verurteilt wird und später erfolgreich an einer Resozialisierungsmaßnahme teilnimmt, wird Natalie von einer liebevollen Familie adoptiert, während Brooke von einer Pflegefamilie zur anderen durchgereicht wird. Erst mit 35 erfährt Natalie, dass sie eine Schwester hat und macht sich auf die Suche.

Wer hat es geschrieben?

Amy Hatvany, Jahrgang 1972, hat einen Abschluss in Soziologie gemacht, um festzustellen, dass die meisten Soziologen arbeitslos sind. Es folgten viele verschiedene Jobs. 1998 kündigte sie, verkaufte das Auto und begann Bücher zu schreiben. Neun Romane sind es inzwischen, von denen bisher drei ins Deutsche übersetzt wurden. Amy Hatvany lebt mit ihren Kindern und ihrem, wie sie sagt „zweiten und letzten Ehemann“ in Seattle.

Lohnt es sich?

Für alle, die Familiengeschichten mögen, definitiv. Wir erfahren die ganze Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hätte ich gesagt: Eine Frau, die mit ihrem Kind im Auto lebt, ist eine schlechte Mutter. Das würde ich nach der Lektüre etwas differenzierter sehen. Jennifer gibt – im Rahmen ihrer Möglichkeiten –  tatsächlich ihr bestes, um für ihre Kinder da zu sein. Brooke merkt man deutlich an, dass das staatliche Erziehungssystem Spuren hinterlassen hat, während Natalie erst mit 35 merkt, dass ihr glückliches Leben auf einigen Lügen basiert. Das Buch ist unterhaltsam, emotional, berührend und spannend in einem. Mehr kann man aus meiner Sicht nicht erwarten.

Es handelt sich um unbezahlte Werbung für dieses Buch

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