Buchtipp #13 – Amy Lloyd: Unschuldig

Die Story

Sam ist Lehrerin und lebt in England. Durch Zufall sieht sie eine Dokumentation über einen verurteilten Mörder, der in den USA im Todestrakt sitzt. Dennis war 18 als er vor mehr als 20 Jahren verurteilt wurde. Der Fall lässt sie nicht los, Sam informiert sich weiter und stößt auf eine Gruppe, die davon überzeugt ist, dass Dennis unschuldig im Gefängnis sitzt. Mehrere hundert Mitglieder kämpfen weltweit für seine Freilassung. Sam schließt sich ihnen an und beginnt einen Briefwechsel mit Dennis. Beide freunden sich an und die Lehrerin fliegt nach Florida, um ihn im Gefängnis zu besuchen. Sie bleibt viel länger als geplant und beginnt, sich zu verlieben. Als Dennis ihr schließlich einen Heiratsantrag macht, sagt Sam glücklich ja. Nach einigen Monaten haben die Bemühungen der Sympathisanten Erfolg. Sie stoßen auf den wahren Mörder und erreichen, dass Dennis nachträglich für unschuldig erklärt und aus dem Gefängnis entlassen wird. Für Sam und Dennis beginnt jetzt nicht die glückliche Zeit, die sie sich gewünscht hatten, sondern eine Zeit voller Probleme. Dennis hat Schwierigkeiten, sich in der Welt zurecht zu finden und wird von den Medien belagert. Als er sich in einer Fernsehsendung daneben benimmt, glaubt kaum jemand noch an seine Unschuld. Sam ist nicht die Nummer 1 in seinem Leben, fühlt sich zurückgesetzt und wertlos. Sie hat ihre Familie und ihre Heimat verlassen, um bei Dennis zu sein und fühlt sich allein. Die Situation wird noch schlimmer, als beide in Dennis Heimatort ziehen. Dort zeigt er ganz neue, beängstigende Seiten und auch Sam ist bald nicht mehr sicher, ob es richtig war, dass Dennis entlassen wurde.

Die Autorin

Unschuldig ist der erste Roman der Waliserin Amy Lloyd, die in Cardiff Englisch und Kreatives Schreiben studiert hat. Für ihr Debüt gab es den Sieg beim Daily Mail First Novel-Wettbewerb. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller, in 19 Länder verkauft.

Lohnt es sich?

Definitiv. Dieser Thriller hat mir einen verregneten Sonntagnachmittag versüßt. Ich hatte das Gefühl, bei einem True Crime Fall dabei zu sein, auch wenn diese Geschichte fiktiv ist. Mir hat gefallen, dass wir den Kern der Story auf ganz unterschiedlichen Wegen, zum Beispiel über Zeitungsartikel, ein Buch oder eine Serie erfahren und nicht nur zeitlich stringent erzählt. Frauen, die sich in Häftlinge verlieben, gibt es häufiger als man denkt. Auch wenn das nicht so leicht nachzuvollziehen ist und man Sam gerne „den Kopf waschen würde“ ist es nicht so absurd wie es scheint. Dennis ist charmant und sieht gut aus, die Liebe auf Distanz bietet Sicherheit, nachdem Sams letzte Beziehung als Desaster geendet hat. Über allem schwebt die dunkle Ahnung, dass sich mehr hinter der ganzen Geschichte verbirgt, als es zunächst den Anschein hat und genauso ist es auch. Interessant fand ich auch, wie die Medien sich auf Dennis stürzen. Er wird umgarnt, mit Geschenken und Schmeicheleien überschüttet, in eine Welt geholt, die ihm, dem Schulabbrecher aus armen verwahrlosten Verhältnissen völlig fremd ist, die ihn aber gleichzeitig fasziniert.

 Ich habe mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten gefühlt, ein gut gemachter Thriller.

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