Buchtipp #28 – JP Delaney: Tot bist du perfekt

Ehrlich gesagt: hätte ich vorher gewusst, worum es in diesem Buch geht, hätte ich es nicht gelesen. Deshalb war es für mich ganz gut, dass der Klappentext sehr geheimnisvoll klingt.

Ungewöhnliche Hauptperson

Abbie ist Künstlerin und mit dem erfolgreichen IT-Spezialisten Tim verheiratet, beide haben einen gemeinsamen Sohn, der an Autismus leidet. Eines Tages verschwindet Abbie spurlos. Tim wird des Mordes verdächtigt, nachweisen kann man ihm aber nichts.

Sein berufliches Fachgebiet sind Roboter und künstliche Intelligenz. Jahrelang hat seine Firma Roboter entwickelt, die Menschen beim Einkaufsbummel Kleidung verkaufen sollen. Nach Abbies Verschwinden nutzt Tim sein gesamtes Wissen, um einen Roboter zu erschaffen, der seiner Frau zum Verwechseln ähnlich ist. Mit Hilfe von Sprachaufnahmen, Social Media Konten, vielen anderen Informationen und der guten Arbeit einer Maskenbildnerin gelingt ihm dies auch. Die künstliche Intelligenz, die in der Roboter-Abbie steckt, ist lernfähig. Zunächst bestehen ihre „Erinnerungen“ nur aus Daten und Fotos, mit denen sie gefüttert wurde, im Laufe der Zeit kann sie aber selbst Verknüpfungen herstellen. So kommt sie nach und nach dahinter, dass Tim gar nicht der liebende Ehemann ist, für den sie ihn hält. Sie glaubt, dass Abbie gar nicht tot, sondern geflohen ist. Rätselhaft bleibt dabei, warum sie ihren Sohn nicht mitgenommen hat. Die künstliche Abbie setzt also alles dran, herauszufinden, was sich wirklich abgespielt hat und wo Abbie untergetaucht ist.

Dystopie und schon sehr nah?

Auf den ersten Blick ein Szenario der Zukunft, bei näherem Hinsehen sind wir von der Roboterwelt aber gar nicht mehr so weit entfernt. Immerhin werden derzeit schon Roboter erprobt, die zum Beispiel in der Pflege eingesetzt werden können. Bis zu Robotern mit menschlichen Zügen wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, sofern das überhaupt möglich sein wird. Technikfreaks werden bei der Lektüre vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil die verwendeten Technologien Mumpitz sind. Ich als Unwissende fand alles irgendwie nachvollziehbar. Vielleicht muss man sich einfach drauf einlassen.

Mein Fazit

Die eine oder andere Szene fand ich schon sehr weit hergeholt. Trotzdem fand ich das Buch spannend und unterhaltsam. Dass JP Delaney mich gepackt hat, habe ich in dem Moment gemerkt, als ich Mitleid mit der Roboter-Abbie bekommen habe, weil sie in einer unangenehmen Situation dieselben Empfindungen hatte, wie ein menschliches Wesen. Von dem Moment an habe ich tatsächlich mit ihr mitgefiebert und meine Distanz zur grundsätzlichen Thematik dieses Romans war verschwunden. Für mich ist es kein perfektes Buch, aber eins das man gut lesen kann und dass auch für ein wenig Nachdenken sorgt: Wie weit sollten wir zum Beispiel gehen, wenn wir Menschen vermissen? Macht es Sinn, diese als Maschine neu zu erschaffen? Sollte man wirklich alles nutzen, was technisch möglich ist?

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