Buchtipp #29 – Bill Clinton/James Patterson: Die Tochter des Präsidenten

Ein Bestsellerautor und ein ehemaliger Präsident schreiben gemeinsam einen Thriller.

Worum geht es?

Matthew Keating war eine Amtszeit lang US-Präsident. Ein Militärschlag geht schief – die perfekte Chance für seine Vizepräsidentin, ihm die Wiederwahl zu verderben und selbst an die Macht zu kommen. Keating zieht sich ins ländliche New Hampshire zurück und möchte dort ein ruhiges, anonymes Leben führen. Seine Tochter studiert, seine Frau kehrt in ihren alten Job als Archäologin zurück.

Bei dem missglückten Militärschlag sind Zivilisten ums Leben gekommen, darunter Frau und Töchter eines ranghohen Terroristen. Zwei Jahre lang hat er Pläne geschmiedet, jetzt ist seine Rache an Matthew Keating perfekt geplant: er lässt dessen Tochter entführen.

Keating setzt zunächst auf die Hilfe der Präsidentin, muss aber schnell feststellen, dass das Credo „keine Verhandlungen mit Terroristen“ auch in diesem Fall gilt. Als ehemaliger Navy Seal kann er damit nicht leben und startet eine eigene Rettungsmission.

Lohnt es sich?

Wenn man weiß, dass Bill Clinton als ehemaliger Präsident an dem Thriller beteiligt ist, bekommen die politischen Aspekte dieser Geschichte eine ganz besondere Dimension. Man kann davon ausgehen, dass viel Insiderwissen eingeflossen ist, was Abläufe und Intrigen hinter den Kulissen angeht. Da ist dieses Buch wirklich stark.

Ohne zu viel zu verraten: an einigen Stellen war ich von der Handlung sehr überrascht, zum Teil auch schockiert, weil ich mit einigen Entwicklungen gar nicht gerechnet habe.

Auf der anderen Seite fand ich die Geschichte aber auch sehr unglaubwürdig. Ich denke nicht, dass Terroristen so dumm agieren, wie sie hier zum Teil dargestellt werden. Es ist halt das ruhmreiche Amerika, das hier – trotz einiger Schwächen – immer wieder beschworen wird. Ob es im wahren Leben tatsächlich funktioniert, dass ein ehemaliger Präsident die Regierenden anderer Staaten anruft und prompt Geheimdienstinformationen und militärische Ausrüstung etc bekommt, halte ich auch für fraglich.

Wer also bei einem Thriller Wert auf den Wahrheitsgehalt legt, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden. Wer das ausblenden kann und eine spannende, politische Geschichte mit einer Portion Action lesen möchte, ist hier gut aufgehoben. Als Film wäre es das typische Popcornkino, bei dem viel in die Luft fliegt, man 90 Minuten mitfiebert, den Film dann aber wahrscheinlich auch schnell wieder vergisst.

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