Buchtipp 30 – Lia Louis: Acht perfekte Stunden

Ein schöner romantischer Roman für alle, die den Glauben an die große Liebe noch nicht verloren haben.

Darum geht’s

Noelle ist Anfang 30, wohnt bei ihrer Mutter und arbeitet als Putzfrau. Dass ihr Leben komplett anders aussieht als sie es sich erträumt hat, liegt an zwei Schicksalsschlägen. Als sie 17 war, kam ihre beste Freundin bei einem Autounfall um Leben. Das hat sie so aus der Bahn geworfen, dass sie Depressionen bekam und nicht aufs College gehen konnte. Als Noelle soweit ist auf eigenen Beinen zu stehen, erleidet ihre Mutter einen Schlaganfall. Körperlich bleibt nichts zurück, aber die Seele reagiert mit Panikattacken und Angstzuständen. Noelles Mutter kann nicht mehr für sich selbst sorgen und so bleibt die Tochter bei ihr und umsorgt sie.

Nur sehr selten gönnt Noelle sich Zeit für sich. Sie rafft sich auf und fährt zu ihrem Klassentreffen. Auf dem Rückweg kommt sie in einen Schneesturm, die Autobahn wird gesperrt und sie steckt acht Stunden lang in der Vollsperrung fest. Dabei lernt sie Sam kennen, mit dem sie sich auf Anhieb gut versteht. Aber auch wenn die beiden sich sehr sympathisch sind, tauschen sie keine Nummern aus. Nach einigen Wochen laufen sie sich wieder zufällig über den Weg, aber auch wenn Noelle sich vorstellen kann, sich in Sam zu verlieben, wird daraus nichts. Denn Sam steckt in einer Beziehung, auch wenn diese nicht allzu glücklich ist. Und auch bei Noelle gibt es einen Ex-Freund, der nach einem Auslandsaufenthalt versucht, wieder bei ihr zu landen. So begleiten wir Sam und Noelle bei einer ganz vorsichtigen Annäherung, die immer wieder auf Probleme stößt.

Schicksal

Schicksal ist ein großes Thema in diesem Buch. Ein Bild begleitet uns durch den gesamten Roman: Der rote Faden. Wenn zwei Menschen zueinander gehören, sind sie für immer durch den roten Faden miteinander verbunden. Es kann aber vorkommen, dass der Faden sich verheddert…

Der Roman lebt vom Zufall, vom sich immer wieder begegnen. Es kommt einem manchmal etwas viel des Guten vor, einiges ahnt man auch schon vorab, trotzdem ist jedes einzelne sich über den Weg laufen nachvollziehbar. Und vielleicht gibt es diesen einen Menschen ja wirklich und man muss „nur“ den Faden entwirren.

Mein Fazit

Wer meinen Blog kennt, weiß, dass dort nur sehr wenige Liebesgeschichten zu finden sind. Die meisten sprechen mich nicht genug an, um das Buch in die Hand zu nehmen. Hier hat mich der Klappentext gereizt. Wie wäre es wohl, wenn man feststeckt, nicht wegkann, keinen Handyempfang hat und dann läuft einem ein netter Mensch über den Weg, den man sonst vielleicht nie getroffen hätte. Eigentlich hatte ich erwartet, dass diese acht Stunden im Auto mehr Raum einnehmen, aber sie sind eigentlich nur der Start für den Rest der Geschichte.

Anfangs habe ich mich wie befürchtet etwas schwergetan, aber spätestens nach 50 Seiten bin ich tief eingetaucht. Ich mag Noelle sehr, mit ihrer etwas schiefen Biographie und ihren Träumen, die sie für andere ganz weit nach hinten geschoben hat. Kein Wunder, dass sie über die Jahre sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse aus den Augen verloren hat. Umso mehr habe ich es ihr gegönnt, so einen tollen Mann wie Sam zu treffen. Der unfassbar empathisch ist, aber auch sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Die beiden auf ihrem Weg zu begleiten, hat mir sehr viel Spaß gemacht, von daher kann ich das Buch guten Gewissens empfehlen. Es ist keine anspruchsvolle Literatur, aber sehr nett für Zeiten, in denen auch das Lesen mal leichter sein darf.

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