Buchtipp #17 – John Grisham: Das Bekenntnis

Nachdem mir mein letztes Buch von John Grisham (Das Manuskript, Buchtipp #16) so viel Spaß gemacht hat, habe ich mir direkt noch eins geschnappt.  Für mich auch wieder ein Volltreffer.

Worum geht es?

Der erfolgreiche Baumwollfarmer Pete Banning steigt in sein Auto, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer der Gemeinde. Über seine Gründe schweigt er, verzichtet weitgehend auf eine Verteidigung und wird zum Tode verurteilt.

Das Setting

Die Geschichte spielt kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. Pete Banning hat mehrere Jahre auf den Philippinen gegen die Japaner gekämpft und dabei unvorstellbare Gräueltaten erlebt und auch begangen. Seine Frau und die beiden Kinder haben während seiner Abwesenheit die Farm in der Nähe von Mississippi weitergeführt und um sein Leben gebangt. Einige Monate nach seiner Rückkehr erleidet seine Frau einen Nervenzusammenbruch und wird in eine geschlossene Anstalt eingeliefert.

Pete Banning lebt sein Leben relativ normal weiter bis er an einem Oktobermorgen den Pfarrer erschießt. Er lässt sich widerstandslos festnehmen, ist ein mustergültiger Gefangener und nimmt auch sein Todesurteil gelassen entgegen. Familie, Freunde und Nachbarn rätseln über sein Motiv, niemand kann sich erklären, was ihn zu der Tat getrieben hat. Für die beiden erwachsenen Kinder bringt das Handeln des Vaters viele Probleme. Sie müssen ihre ganze Kraft dafür einsetzen, dass die Farm in der Familie bleiben kann und sich zudem um ihre schwerkranke Mutter kümmern. Immer auf der Suche nach einem Motiv für den Mord des Vaters und den Zusammenbruch der Mutter.

Der Autor

John Grisham ist ein Gigant in der Autorenszene. Seit mehr als dreißig Jahren schreibt der ehemalige Anwalt Bücher. Fast eine halbe Milliarde Exemplare seiner 42 Bücher wurden bisher verkauft. Es sind vor allem Justizthriller, aber auch einige Romane und ein Sachbuch. John Grisham ist 66 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Als Kind wollte er Baseballprofi werden und liebt diesen Sport bis heute leidenschaftlich. Auf seinem Grundstück in Mississippi ließ er mehrere Baseballfelder errichten, auf denen bis zu 350 Kinder trainieren können.

Meine Bewertung

Hätte ich vorab Einzelheiten über das Buch gewusst, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen. Umso froher bin ich, es doch getan zu haben. Die Geschichte teilt sich in drei Teile auf. Im ersten Teil dreht sich alles um den Mord am Pfarrer. Hier haben wir es mit dem „typischen Grisham“ zu tun: eine Tat, ein Prozess. Auf jeden Fall sehr spannend, aber eben auch das, was wir vom Autor erwarten können und dürfen. Ungewöhnlich ist hier, dass die Handlung nicht in der Gegenwart spielt, sondern 1946. Im zweiten Teil geht es um die Erlebnisse im Krieg gegen Japan. Das wäre der Bereich, der mich vom Lesen abgehalten hätte, aber auch diesen fand ich sehr spannend. Mir war bisher so gut wie nichts über diesen Teil des zweiten Weltkriegs bekannt und ich fand es sehr interessant und informativ, mehr darüber zu erfahren, auch wenn es mitunter sehr brutal war. Anhand der Quellenangaben gehe ich davon aus, dass hier wenig Ausgedachtes und viel Realistisches verarbeitet wurde. Im dritten Teil erfahren wir, wie es mit Familie Banning nach der Verurteilung des Vaters weitergeht. Sohn und Tochter setzen alles daran, die Baumwollplantage im bestehenden Zustand zu erhalten, haben aber gleichzeitig damit zu kämpfen, dass ihr Vater ein Mörder und ihre Mutter geisteskrank ist. Bei beiden steht die Frage nach dem Warum im Mittelpunkt.

Wir haben es hier also mit einem Justizthriller, einem Kriegsroman und einer Familiengeschichte in einem Buch zu tun. Für John Grisham ein ungewöhnliches Buch, aus meiner Sicht uneingeschränkt empfehlenswert.

2 Kommentare zu „Buchtipp #17 – John Grisham: Das Bekenntnis

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