Buchtipp #46  –  Eva Almstädt: Am dunklen Wasser

In Kürze

Titel: Akte Nordsee. Am dunklen Wasser

Autorin: Eva Almstädt

Verlag: Lübbe

Erschienen: 2022

Preis: 11,99 Euro

Küstenwechsel

Ich gehöre meistens zu denen, die eine neue Krimireihe erst beim 5. Band oder so mitbekommen. Bei Akte Nordsee, der neuen Reihe von Eva Almstädt bin ich jetzt tatsächlich mal von Anfang an dabei. Eva Almstädt kennt man eigentlich von ihren Ostseekrimis. Rund um Ermittlerin Pia Korittki gibt es inzwischen 17 Bände. Jetzt wechseln wir die Küste und bewegen uns an der Nordsee. Es ist eher das Hinterland rund um Husum, also nicht die 1a-Touristenlage, in der wir unterwegs sind, sondern das unspektakuläre Festland mit seiner Weite, den alten Friesenhöfen und viel Grün.

Neues Ermittlerteam

Ich möchte gar nicht den ständigen Vergleich zu Pia Korittki ziehen, aber ganz ohne geht es nicht. Denn wenn statt einer Polizistin eine Anwältin und ein Journalist ermitteln, sind die Unterschiede offensichtlich. Man braucht andere Ideen, um an Informationen zu kommen, wenn man keinen Dienstausweis hat, den man vorzeigen kann, hat aber vielleicht auch mehr Freiheiten. Das neue Ermittlerteam ist gut gewählt. Wir haben auf der einen Seite Fentje Jacobsen, 29 Jahre alt und Rechtsanwältin. Sie ist bei ihren Großeltern aufgewachsen und unterstützt die beiden Alten heute. Deshalb hat sie ihre Kanzlei auf deren Schafshof eingerichtet, arbeitet auch dort mit und wechselt zwischen Gummistiefeln und Pumps hin- und her. Ihr Gegen- bzw Mitspieler ist Journalist Niklas John, 34. Er lebt etwas mondäner in St. Peter-Ording und schreibt für eine Tageszeitung.

Darum geht’s

Fentje findet auf der Schafweide einen verletzten jungen Mann. Tobias kann sich nicht erinnern wie er dort hingekommen ist. Als sie ihn zum Haus seiner Freundin fährt, finden sie dort deren Leiche. Schnell gilt Tobias als tatverdächtig und wird festgenommen. Er bittet Fentje darum, ihn zu vertreten. Für sie ist es der erste Mordfall. Sabrina Dierks, die Tote, war Lehrerin an einem Nobelinternat an der Nordsee. Feinde hatte sie nicht, war überall beliebt und sogar Vertrauenslehrerin. Als zwei ihrer Schülerinnen verschwinden, weitet sich der Fall aus.

Die Polizei ist hier nicht besonders eifrig. Alles spricht für Sabrinas Freund Tobias als Täter. Sich nicht erinnern zu können ist wahrlich ein schlechtes Alibi. Deshalb beginnt Fentje auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei läuft sie immer wieder Niklas John über den Weg, der über den Mord und die verschwundenen Mädchen berichten soll. Beide können sich zunächst überhaupt nicht leiden, merken dann aber, dass sie sich gegenseitig sehr nützlich sein können.

Meine Meinung

Ich habe anfangs gedacht: „Hilfe, muss das sein, dass da so ein schnöseliger Journalist mitmacht, der wirklich alle Klischees erfüllt?“ Aber im Laufe der Geschichte zeigt Niklas zum Glück mehr Facetten, so dass er mir doch noch sympathisch wurde. Als Gegenpart zur bodenständigen Anwältin funktioniert er sehr gut.  Die Handlung ist spannend und nicht vorhersehbar. Das Mordmotiv ist kreativ und die Überraschungen auf dem Weg zur Lösung unterhaltsam. Das Personal dieses Krimis bietet auf jeden Fall viel Stoff für mehr. Ich mochte vor allem Fentjes Familie unfassbar gerne. Meine Lieblingsfigur ist die Oma mit ihrer trockenen Art und Sätzen, die wirklich auf den Punkt sind. Sie hat mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Ich freue mich definitiv schon auf eine Fortsetzung.

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