Buchtipp #48  –  Vera Kurian: P.S. Morgen bist du tot

In Kürze

Titel: P.S. Morgen bist du tot

Autorin: Vera Kurian

Verlag: Lübbe

Erschienen: 2022

Preis: 12,99 Euro

Erstlingswerk

Heute kann ich euch eine ganz neue Autorin vorstellen. Vera Kurian hat mit P.S. Morgen bist du tot ihr erstes Buch herausgebracht. Viel weiß man nicht über sie, sie lebt in Washington D.C. und hat Psychologie studiert. Dass sie sowohl ihre Stadt gut kennt als auch ihr Fachgebiet beherrscht, merkt man diesem Thriller an.

Gruseliges Experiment am College

Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, finde ich sehr interessant und spannend. Es ist Semesterbeginn und zahlreiche neue Studierende kommen ans College. Dort betreibt ein Psychologieprofessor seit vielen Jahren ein Forschungsprojekt, bei dem er versucht, Psychopathen „gesellschaftsfähig“ zu machen. Kurz zur Definition: Psychopathen manipulieren und handeln, ohne Reue zu empfinden. Sie lügen, betrügen und nutzen ihre Mitmenschen geschickt aus. Dabei sind sie ausgesprochen risikobereit und verhalten sich verantwortungslos.

In diesem Semester gehören acht junge Leute zu diesem Forschungsprojekt. Sie kennen sich nicht und gehören verschiedenen Jahrgängen an. Alle haben sich in der Vergangenheit auffällig verhalten und bei ausführlichen Befragungen psychopathische Züge gezeigt. Jetzt werden sie mit Hilfe einer Smartwatch überwacht und spontan nach ihrem Gemütszustand befragt, nehmen an verschiedenen Tests teil und besuchen Einzeltherapiesitzungen. Das Ganze findet streng geheim statt, denn wer würde freiwillig dort studieren, wenn das Psychopathenprogramm bekannt würde? Trotzdem erkennen sich einige Teilnehmer untereinander.

Wer kann wem trauen?

Kurz nach Semesterbeginn werden zwei junge Männer ermordet, die Teil des Projekts waren. Für die anderen stellt sich die Frage, ob es Zufall war oder ob auch sie in Gefahr sind. Vor allem drei Menschen spielen eine wichtige Rolle. Chloe, die neu am College ist und seit Jahren plant, jemanden umzubringen. Andre, der eigentlich ein netter Junge ist und sich in das Programm gemogelt hat, um keine Studiengebühren zahlen zu müssen. Und Charles, der Sohn reicher Eltern, der schon seit fast zwei Jahren therapiert wird und bemüht ist, ein „normales“ Leben zu führen. Die drei schließen sich zusammen, um den Mörder zu finden. Wobei es ihnen schwer fällt, einander zu vertrauen, denn jeder von ihnen kann meisterhaft manipulieren und möglicherweise steckt ja auch einer von ihnen hinter den mysteriösen Todesfällen.

Meine Meinung

Es ist ein typisch amerikanischer Thriller. So eine Geschichte kann nur auf einem Campus spielen, an dem tatsächlich alle Studierenden wohnen. Die Grundidee finde ich sehr kreativ und auch die Umsetzung hat mir gefallen. Es ist nicht das beste Buch, das ich jemals gelesen habe, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Vor allem dieses „Wem kann ich trauen?“ und „Wer manipuliert eigentlich wen?“ fand ich spannend. Zwischendrin und vor allem am Ende wird sehr dick aufgetragen, ob das Beschriebene so tatsächlich möglich wäre, bezweifele ich, konnte aber gut darüber hinwegsehen, weil der Spannungsbogen gepasst hat. Wer also gerne Thriller mag, und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt, ist hier gut aufgehoben.

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